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  • Source: Campus Sanofi

Der MS-Progression auf der Spur: Tipps für Angehörige und Freunde von MS-Betroffenen

Je besser Du über MS und mögliche Veränderungen Bescheid weißt, umso besser kannst Du Betroffene unterstützen

Dir steht jemand nahe, der von MS betroffen ist? Je nachdem, wie nahe Ihr Euch steht, kann Deine Unterstützung unterschiedlich ausfallen:

  • Gelegentlich nachfragen, wie es dem/der MS-Betroffenen geht

  • Darauf achten, dass er bzw. sie regelmäßig seine bzw. ihre Medikamente einnimmt

  • Unterstützung bei Arztterminen

  • Hilfe bei Haushaltstätigkeiten

  • Mit der Person zusammenleben und sie im Alltag unterstützen

Unabhängig davon, in welcher Beziehung Du zu der betroffenen Person stehst, spielst Du eine wichtige Rolle, und auch Deine Beobachtungen sind wichtig. Vielleicht hast Du bereits subtile Veränderungen bei dieser Person bemerkt, was das Verhalten, die Stimmung oder alltägliche Aufgaben betrifft. Es ist wichtig, mehr über mögliche Veränderungen bei MS zu wissen, damit Du auch kleine Anzeichen erkennen kannst.

Worauf sollte ich achten?

MS verläuft bei jedem Menschen anders. Als nahestehende Person bemerkst Du oft Veränderungen, die anderen entgehen. Du kannst ein zusätzliches Auge und Ohr sein und, wenn Dir Veränderungen auffallen, ein offenes Gespräch mit der betroffenen Person führen. Vielleicht entscheidet Ihr gemeinsam, dass Du beim nächsten Arzttermin dabei sein solltest. Achte besonders auf Veränderungen bei:

Gehfähigkeit: Braucht die Person mehr Unterstützung als früher? Geht sie langsamer als noch vor 6 Monaten? Könnte eine Gehhilfe nützlich sein? Oder wird eine vorhandene Gehhilfe nicht genutzt?

Gleichgewicht und Koordination: Bewegt sich die Person vorsichtiger als früher? Lässt sie Dinge fallen oder hat Schwierigkeiten, Gegenstände aufzuheben?

Blasen- und Darmfunktion: Hat die Person Schwierigkeiten, rechtzeitig die Toilette zu erreichen? Kommt es gelegentlich zu ungewolltem Harn- oder Stuhlverlust? Bemerkst Du, dass sie häufiger oder dringlicher zur Toilette muss als früher?

Gedächtnis und Konzentration: Sucht die Person häufiger nach Worten oder vergisst Namen?

Stimmung und Emotionen: Wie verhält sich die Person und wie kommuniziert sie? Ist sie reizbarer als früher? Gibt es emotionale Ausbrüche?

Fatigue: Dauern alltägliche Aufgaben länger als früher? Nickt die Person tagsüber ein oder muss sie sich öfter ausruhen?

Denk daran: Veränderungen können schleichend sein. Vergleiche, wie sich Dein*e Angehörige*r oder Freund*in vor einigen Monaten oder einem Jahr gefühlt oder verhalten hat und was heute anders ist. Lies hier, wie Du subtile Symptome bei MS besser erkennen kannst.

Was dann?

Wenn Dir Veränderungen auffallen, sprich offen und ohne Wertung mit der betroffenen Person darüber. Das hilft ihr, ein vollständigeres Bild der eigenen Situation zu bekommen und besser informiert mit ihrem Arzt zu sprechen. 

Wenn die Person einverstanden ist, begleite sie zum nächsten Arzttermin. Für solche gemeinsamen Arztbesuche haben wir einen speziellen Begleit-Guide entwickelt. Er unterstützt Dich bei der Vorbereitung und kann Dir helfen, die richtigen Fragen zu stellen. Außerdem bietet er Platz für Notizen, damit Du wichtige Informationen direkt festhalten kannst. So geht nach dem Gespräch nichts Wichtiges verloren. Du kannst ihn [hier] herunterladen.

Die Veränderungen bei MS zu beobachten kann herausfordernd sein. Aber je mehr Du über MS weißt, desto wirksamer kann Deine Unterstützung sein. Mit Deinem Wissen und Deiner Aufmerksamkeit kannst Du dazu beitragen, dass Veränderungen frühzeitig erkannt und behandelt werden – und das kann die Lebensqualität der betroffenen Person erheblich verbessern.